Lettland  Weihnachten in Lettland

Weihnachtsmart in Riga

 Weihnachtsmart in Riga

Lettland war nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetunion besetzt. Bis zur Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991 war Weihnachten verboten - sowohl Christliche als auch "alt - Lettisch - Heidnische". Aber Letten sind zäh und sehr traditionsbewusst - sie haben ihre Bräuche weder vergessen noch abgelegt.

In der lettischen Mythologie und Tradition ist Weihnachten eine der vier Sonnenwenden, wo der Tag am kürzesten und die Nacht am längsten ist. Nach Weihnachten werden die Nächte wieder kürzer und im Gegenzug die Tage länger und heller.

Auch in Lettland bereitet man sich sorgsam auf die Weihnachtszeit vor. Haus und Hof werden geputzt, die Zimmer geschmückt mit verschiedenen Gestecken aus Stroh, getrockneten Blumen, Hobelspänen, Federn und Wolle. Die beliebtesten sind "Pusuri" - aufhängbarer Schmuck. Auf Wolle werden Stroh- und Reetstücke aufgezogen und in verschiedene Formen gebracht. Ein anderer Schmuck ist in eine Kartoffel Strohstücke zu stecken, so bildet sich eine Sonnenform.

Der Heilige Abend wird natürlich von einem üppigen Festessen gekrönt. Auf den Tisch kommen Bohnen, Erbsen (wer besonders viel davon isst, wird einmal viel Geld haben), Blutwurst, Sauerkraut mit Graupen und Schweineschnauze, Pírági (Speckkuchen - symbolisieren Gemütlichkeit und häusliche Wärme) und Buttermilch oder Bier.

Am Heiligabend wird ein großer Eichenbalken von einem Haus zum anderen gezogen oder gewälzt (manchmal aber auch nur im Hof von einem Haus). Auf dem letzen Hof wird der Balken verbrannt. Manche glauben, dass in dem Balken die Sonne gesehen wird, die von Menschen herauf gezogen wird, damit sie wieder zurückkommt, da die Tage nun am kürzesten sind und es schnell dunkel wird. Andere denken, dass mit dem Wälzen und Herumziehen des Balkens Unfug und Unglück aufgesammelt, und dann durch Verbrennen vernichtet werden. Ein lettisches Volkslied sagt: Man soll den Balken am Heilgabend drei mal ziehen, damit die Geister nicht entlang der Hauswände schleichen.

Eine beliebte Beschäftigung am Heiligabend ist "Budéli" oder "Zigeunern". Menschen verkleiden sich als Tiere, Sonne oder Tod und gehen von Haus zu Haus. Alle rüsten sich mit Töpfen, Kellen, Glocken und anderen Gegenständen aus und machen viel Lärm damit. Es muss so richtig knallen und laut sein, denn nur so werden die bösen Geister vertrieben.

Lettische Bräuche

Am Weihnachtstag soll man alle Lampen anmachen, damit "Laimíte", das Glück, hereinkommt.

Wenn man am Weihnachtsmorgen früh aufsteht, wird man das ganze Jahr nicht verschlafen.

Am Weihnachtstag sollen alle Arbeiten noch in der Dunkelheit gemacht werden. Dann werden im nächsten Jahr alle Arbeiten gut gelingen.

Am Heiligabend malt man Kreuze auf alle Türen, so werden die bösen Geister vertrieben und fern gehalten.

Am Heiligabend soll man neun mal essen, dann wird im neuen Jahr nichts fehlen.

Am Heiligabend soll man auf einem Fuß auf dem Tisch stehen und in einer Hand einen
Bierkrug und in der anderen Leinen haben, dann wird nächstes Jahr gutes Leinen wachsen.

In der Weihnachtsnacht soll man barfuß in den Apfelgarten gehen und die Bäume schütteln, dann hat man im neuen Jahr reichlich Äpfel.

In der Weihnachstnacht soll man nicht in den Stall gehen, sonst kann man sich in ein Tier verwandeln.

Am Heilgabend nehmen die Unverheirateten eine Handvoll Erbsen: Wenn die paarweise ausgehen, wird man in diesem Jahr heiraten.

Zum heutigen Rezept bitte auf die Flagge klicken Kulinarisches in Lettland

 

 

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