Valentine

Die schönsten Liebesgedichte



Andreas Gryphius (1616-1664):

Liebe ist, der nichts gleich zu schätzen.
Wenn man alles Gold der Welt
gleich wollt auf die Waage set zen.
Lieb ist, die den Ausschlag hält;
Lieb ist trotz der Silberhaufen,
nur durch Liebe zu erkaufen.  

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Matthias Claudius (1743-1815):

Die Liebe hemmet nichts;
Sie kennt nicht Tür und Riegel,
Und dringt durch alles sich;
Sie ist ohn Anbeginn,
Schlug ewig ihre Flügel,
und schlägt sie ewiglich.

Valentine

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832):

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein;
Langen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt.
Glücklich allein
Ist die Seele die liebt!

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Heinrich Heine (1799-1856):

Du bist wie eine Blume
So hold, so schön, so rein;
Ich schau dich an und Wehmut
schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
aufs Haupt dir legen sollt.
Betend das Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

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Theodor Storm (1817-1888):

Ich bin mir meiner Seele
in deiner nur bewußt
Mein Herz kann nimmer ruhen
Als nur an Deiner Brust!
Mein Herz kann nimmer schlagen,
Als nur für dich allein.
Ich bin so ganz dein Eigen,
so ganz auf immer dein.

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Christian Morgenstern (1871-1914):

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir,
hält's nicht mehr aus,
hält's nicht mehr aus bei mir.
Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.
Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

 

© Martina De Bressing ~ 2005  ~