Stellenbosch
Stellenbosch,
die zweitälteste Stadt Südafrikas, entwickelte sich
aus einer Siedlung von holländischen Einwanderern, denen
man hier an den Ufern des Eerste Rivier (Rivier = Fluss) fruchtbares
Land geschenkt hatte. Mit dem Namen Stellenbosch, der in etwa
mit "Stel's Busch" übersetzt werden kann, bezeichnete
der erste Gouverneur des Kaplandes, Simon van der Stel, eine
kleine Insel im Eerste River. Hier hatte er mit seinen Gefolgsleuten
1679 das erste Lager aufgeschlagen.
Schon
einige Jahre später war der Ort so weit gewachsen, dass
hier eine Behörde und ein regionales Gericht etabliert
wurden. Stellenbosch entwickelte sich als Grenzstadt und bildete
das Tor zum damals wilden, unbesiedelten Hinterland im Osten.
Obwohl
die Stadt mehrmals von katastrophalen Feuersbrünsten
heimgesucht wurde, sind viele historische Gebäude wieder
liebevoll restauriert worden, so dass Stellenbosch heute zu
den am besten erhaltenen Städten aus der Gründerzeit
der Kapkolonie zählt. Die Stadt besitzt zudem nach wie
vor eine der renommiertesten Universitäten in Südafrika.
Stellenbosch
ist aufgrund ihres speziellen Baumbestandes aus als "Stadt
der Eichen" bekannt.
Als
Handels- und Landeswirtschaftszentrum vereint Stellenbosch
heute mit seinen65 000 Einwohnern die Eigenschaften einer
modernen Stadt mit dem Charme einer traditionsreichen, gewachsenen
Regionalmetroplole. Viele der Häuser aus dem 18 Jh. sind
liebevoll restaurierte Nationaldenkmäler.
Die
umliegenden Täler liefern hervorragendes Obst und ebensolche
Weine.
Seit
1918 ist Stellenbosch auch Sitz einer Universität.
Einen
guten Eindruck von der kapholländischen Architektur der
Stadt vermittelt der zentrale Platz Braak. Rund um eine Grünfläche
auf der früher Paraden und andere Festivitäten stattfanden,
gruppiert sich eien Reihe sehenswerter Gebäude wie das
Burgerhuis von 1797 und das Kruithuis von 1717, ehemals Arsenal
der Niederländischen-Ostindischen Kompanie und ältestes
erhaltenes Pulvermagazin im südlichen Afrika.
Das
Stellenbosch Village Museum (Mo -Sa 9.30-17, So/Fr 14-14 Uhr)
in der Ryneveld Street versammelt typische Häuser der
Jahre 1709-1850 mit originalen Interieurs.
Kenner
schätzen D'Ouwe Werf in der Church Street als eines der
ehrwürdigsten Gasthäuser Südafrikas. Im Älteren
Teil der Stadt gelegen, existiert dieses gastronomische Kleinod
etwa seit 1800. Das ürsprüngliche GebÄude wurde
von zwei Sklaven niedergebrannt, die dafür öffentlich
gehÄngt wurden.Heute umfasst D'Ouwe Werf25 Räume,
die geschmackvoll mit antiken Möbeln dekoriert sind.
Draußen, in einem Innenhof, kann man unter Schatten
spendenden Weinreben verscheidene Snacks und Erfrischungen
genießen.
Libertas
Parvas in der Dorp Street, ein elegantes Herrenhaus im kaphollÄndischen
Stil, beherbergt mit der Rembrandt van Rijn Art Gallery (Mo-Fr
9-12.45, 14-17,Sa 10-13,14-17, So14.30-17.30 Uhr) eine beträchtliche
Sammlung südafrikanischer Kunst.
Gleich
nebenan informiert das Stellenwyk Wine Museum (Mo-Fr 9-12.45,14-17,
Sa 10-13 und 14-17 Uhr)über die Geschichte des Weinanbaus
seit dem Altertum.
Das
Oude Meester Brandy Museum (Mo-Sa 9-17 Uhr) in der Old Strand
Road gibt mit seinen rund 1000 Exponaten eien Einblick in
die Welt des Brandys. Der Museumskomplex diente um die Jahrhundertwende
als Arbeitsunterkunft, die von Sir Herbert Baker
entworfen worden war. Baker konzipierte ausserdem das weltberühmte
Groote Schuur Hospital östlich von Kapstadt, in dem unter
Leitung von Professor Christiaan Barnard, amdritten Dezember
1967 die erste Herztransplantation der Welt stattfand. und
den Regierungssitz Union Buildings oberhalb von Pretoria.
Ein
kulturelles Erlebnis versprechen die sonntäglichen Abendkonzerte
im Oude Libertas Centre an der Adam Tas Road, etwas ausserhalb
der Stadt, gegenüber der Stellbosch Farmers' Winery.
Dieses Zentrum am Fuße des Papegaaibergs ist eien SFW-Stiftung.
Es umfasst einen Keller, ein Restaurant sowie ein Amphitheater
mit 430 Sitzplätzen. Die Vorstellungen finden von Dezember
- Mârz statt. Beginn jeweils um 20.15 Uhr.
Stellenbosch
ist Ausgangspunkt der Stellenbosch Wine Route, auf der insgesamt
23 private und fünf in Kooperativen zusammengeschlossenen
Weingüter besucht werden können. Die beteiligten
Gûter sind jeweils an ihren Einfahrten durch ein ganz
spezielles Symbol gekennzeichnet. Vilerorts werden von den
Kellereien kostenlose Weinproben, Weinverkauf sowie gutes
Essen angeboten.