Die
vielen Gesichter der Insel: Von den Wolkenkratzern des Central
District zur spektakulären Landschaft der Südküste
von Hong Kong, vom Chinesenviertel Western District
zum Nachtleben von Wan Chai, Einkaufen in Causeway
Bay und Hafenblick vom Victoria Peak.
Viele
Besucher verbringen nur wenige Tage in Hong Kong. Als
ich im Reisebüro für zwei Wochen buchen wollte,
sah man mich mit großen Augen an und fragte mich was
ich da solange will ... es gibt unglaublich viel zu sehen
und es gibt ja auch noch das Umland zu besichtigen. Für
meinen Geschmack waren sogar die zwei Wochen noch zu wenig
und ich werde ganz sicher noch einmal nach Hong Kong
reisen.
Neben
den Verlockungen der Einkaufsstraßen und Restaurants
sollte man auf vier Höhepunkte nicht verzichten: die
Fahrt mit der Peak Tram zum Victoria Peak, eine
Hafenfahrt oder zumindest die Überfahrt nach Kowloon
und schließlich einen Spaziergang durch ein chinesisches
Viertel und unbedingt an einem Sonntag im Central District
spazieren zu gehen.
Der
Central District ist der Sonntägliche Treff der
Filipinas. Selten habe ich mich so amüsiert, ein Schauspiel
ohne gleichen. Die Filipinas schneiden sich gegenseitig ihre
Haare, es wird manikürt und Gesichtspflege betrieben,
es werden Kleider und Schuhe verkauft oder Töpfe und
die passenden Gewürze dazu, mit einem Wort - SEHENSWERT!
Das
Pier der Star Ferry ist ein guter Ausgangspunkt, um das Geschäftsviertel
Central District zu erkunden. Hier bietet sich ein
Blick auf den Hafen und die gegenüberliegende Stadt Kowloon.
Von der Star Ferry führt ein überdachter Weg geradeaus,
an betagten Rikscha-Fahrern vorbei, in eine Unterführung
zum Statue Square. Vom Statue Square nahe der Anlegestelle
präsentieren sich die Wolkenkratzer der Banken und das
einzig erhaltene koloniale Bauwerk ( es beherbergt heute das
Parlament der Kolonie, den Legislative Council) auf dem Platz,
das Parlament von Hong Kong. Man kann den stahlgrauen
Hight-Tech-Turm der Hong Kong Bank auf der Südseite
des Platzes von innen bewundern, bevor man sich in das bunte
Treiben auf der alten Einkaufsstraße Queens Road begibt.
Auf der rechten Seite des Statue Square steht das Mandarin
Oriental Hotel, das regelmäßig zum Hotel mit dem
besten Service der Welt gekürt wird.
Überquert
man die Chater Road, so sieht man rechter Hand die einzige
verbliebene Statue auf dem Platz. Sie zeigt Sir Thomas Jackson,
den Geschäftsführer der Hong Kong Bank Ende
des 19. Jh. Links am Legco Building vorbei gelangt man zum
Chater Garden. Dieses ursprünglich direkt am Meer liegende
Gelände diente von 1851 bis 1971 als Criket-Platz Der
namensgebende Sir Paul Chater war im ausgehenden 19. Jh. ein
erfolgreicher Bodenspekulant.
Beiderseits
der Queen's Road sowie in deren Seitenstraßen findet
man Boutiquen wie in schicksten westlichen Metroplolen, aber
auch preiswerte Kamera- und Elektronikgeschäfte sowie
Stände mit Lederwaren und Seidenartikel. Weiter westlich
nimmt der Anteil an traditionellen chinesischen Geschäften
zu . Wer die Queen's Road West erreicht, sollte den kurzen,
aber steilen Spaziergang bergauf zur Parallelstraße
Hollywood Road unternehmen, denn dort findet man viele Antiquitätenhändler
und den wunderschönen Man Mo-Temple, einen der
wohl interessantesten von Hong Kong.
Bergauf
von dem spektakulären Bank of China Tower, leicht erkennbar
an den scharfkantigen Dreiecksformen, findet man im Hong
Kong Park Erholung und genießt das Stadtpanorama.
Für den spektakulären Blick in den bis zum Schrägdach
geöffneten Lichtschacht lohnt sich ein Besuch der Schalterhalle
in der zweiten Etage.
Einige
Schritte bergauf führt eine Fußgängerbrücke
von der Citibank in den 1992 eröffneten Hong Kong
Park. Die nicht gerade mit Grünflächen verwöhnten
Bewohner bietet dieser Park eine gelungene Mischung aus: Aussichtsturm,
Brunnen, Gewächshäuser, Kinderspielplätze und
einen Hof für Tai-Chih Übungen. Besonders sehenswert
ist die große begehbare Voliere, in der man tropische
Vögel von nahem bewundern kann. Im unteren Teil des Parks
befindet sich das älteste erhaltene Kolonialgebäude
von Hong Kong, Flagstaff House. Eine 1846 errichtete
ehemalige Residenz für Militärkommandeure, es beherbergt
heute das Museum of Teaware. Vor den schönen Säulenarkaden
des Hauses lassen sich Brautpaare nach der Trauung im benachbarten
Standesamt gerne photographieren.
Für
Gartenfreunde lohnt sich der fünfminütige Abstecher
bergauf zum Botanic Garden. In der schattigen Anlage findet
man einen kleinen Zoo und genießt einen guten Blick
auf das Government House, die Residenz des Gouverneurs, und
die Wolkenkratzer des Central District.
Das
allerbeste Panorama aber gönnte man sich am späten
Nachmittag nach einer Fahrt mit der Peak Tram von der Garden
Road zum Victoria Peak. So bleibt Zeit für den
einstündigen Rundgang um den Berg bevor es dunkel wird.
Der Blick auf Stadt und Hafen ist bei Abenddämmerung
oder nachts fast noch eindrucksvoller als tagsüber.