Europäische
Enklave in China Macau. Gut 450 Jahre Geschichte eines
portugiesisch-chinesischen Schmelztiegels: Tempel und Jesuitenkirchen,
Forts und Kolonialvillen, Märkte, Gärten und Spielkasinos,
Restaurants mit einzigartiger kulinarischer Tradition.
Macau,
Mitte des 16. Jh. von Portugiesen gegründet, war die
erste europäische Siedlung auf chinesischem Boden. Seit
1999 ist die Stadt wieder an China zurück gegangen.
Etwa
80% der Besucher von Macau kommen aus Hong Kong - meist
wettfreudige Chinesen. Während in Hong Kong fest
jede Form von Glücksspiel - außer Wetten auf Pferderennen
- verboten ist, lockt Macau mit rund um die Uhr geöffneten
Spielkasinos. Die Faszination für Besucher aus Europa
besteht in der einmaligen Kulturmischung - europäisch
und fernöstlich, taoistisch und katholisch. Macau
bietet Barockkirchen und chinesische Tempel und eine Küche
mit Einflüssen aus Portugal, China sowie den portugiesischen
Kolonien in Asien und Afrika. Im Gegensatz zu Hong Kong
besitzt die Stadt noch zahlreiche alte Häuser, vor
allem Prachtbauten im Kolonialstil.
Der
Rundgang zu den bekannten Sehenswürdigkeiten von Macau,
dem Rathaus, der Fassade von São Paolo, dem
Monte Fort, Camões Garten und dem protestantischen
Friedhof, führt vor allem zu europäischen Zeugnissen
der Stadtgeschichte. Ausgangspunkt ist das Rathaus, Leal
Sendao, auf der Südseite des dreieckigen Platzes
Largo do Senado. Dieser 1784 begonnene und mehrfach
veränderte Bau, dessen aus grauen Stein und weißem
Stuck gestaltete Fassade angemessene Würde ausstrahlt,
gehört zu den schönsten von Macau. In der Eingangshalle
des Rathauses ist das Wappen in Stein gemeißelt: Zwei
Engel tragen einen Schild, darunter schwingt ein Banner mit
einer Inschrift auf portugiesisch, die übersetzt „Stadt
im Namen Gottes, Macau, es gibt keine loyalere“ bedeutet.
Vor
dem Leal Senado überquert man die Avenida de Almeida
Ribeiro zum Brunnen auf dem Largo do Senado. Rechts
fällt der Blick auf die Hauptpost und die elegante Santa
Casa de Misericordia aus dem 18. Jh. Für einen Abstecher
zur Kathedrale folgt man der kleinen Gasse Travessa da Se
rechter Hand. Das 1576 gegründete und häufig umgebaute
Gotteshaus birgt die Gebeine von Christen, die in Japan im
17. Jh. den Märtyrertod fanden.
Der
Weg führt zurück zum Largo de São Domingos
und zur gleichnamigen Kirche aus dem 17. Jh.. Links vor der
Kirche führt die Travessa da Soriono an der Markthalle
vorbei in ein belebtes Geschäftsviertel, das zu einem
Einkaufsbummel einlädt. Biegt man rechts in die Rua Mercadores
ein, dann wieder rechts und direkt links in die Rua São
Paolo, so kommt man zum Wahrzeichen von Macau, den Ruinen
von São Paolo.
Von
der ehemaligen Kathedrale, 1602 von japanischen und chinesischen
Christen unter Anleitung der Jesuiten erbaut, blieb nur die
imposante Fassade aus Granit stehen, zu der eine breite Freitreppe
führt. Auch die 1620 und 1627 geschaffenen Reliefs, eine
Mischung aus östlichen und westlichen Motiven, sind beachtenswert.

Fassade
der São Paolo Kirche