Die berühmteste Bewohnerin Korfus war wohl die Kaiserin
Elisabeth von Österreich. Vielen sicherlich besser als
Sissi bekannt. Der österreichische Konsul Freiherr von
Warsberg zeigte Sissi nicht nur alle antiken Stätten
der Insel, sondern auch die Villa Braila, eine ehemals venezianische
Villa. Elisabeth schmiedete gleich Pläne, wie man die
Villa in ein Schloss verwandeln könnte. So entstand das
Achillion, benannt nach Achilles, für den die Kaiserin
schwärmte.
1907
kaufte Kaiser Wilhelm II. die Villa und verbrachte dann bis
1914 fast jedes Frühjahr auf Korfu. In beiden Weltkriegen
diente das Achillion als Lazarett. Früher war hier die
staatliche Spielbank untergebracht. Man kann heute ein paar
Räume besichtigen, die zu einer Art Museum für Sissi
und für Kaiser Wilhelm umfunktioniert wurden. Das schönste
ist jedoch der Park und die Aussicht, die man von der obersten
Terrasse hat. Viele der Statuen im schönen Park kaufte
Sissi während einer Italienreise, darunter Kopien aus
den Museen von Neapel und Florenz.
Das
Achillion liegt bei Gastouri an der Ostküste. Vom San-Rocco-Platz
in Korfustadt fahren Busse mindestens 6mal tgl. zum Achillion
und zurück (in der Hauptsaison sicher öfter). Wer
den Ausflugsbussen entgehen möchte und mit dem eigenen
Fahrzeug zum Achillion fährt, sollte möglichst früh
(ab 8.30 Uhr ist geöffnet) da sein, ansonsten gibt es
Parkplatzmangel.
Die
Festungen - imposante Bollwerke
Ein
kurzer Fußmarsch vom Fährhafen am Meer entlang,
und das Bollwerk ist schnell erreicht. Man überquert
den Meerwasserkanal (Contrafossa), um in den Komplex der Alten
Festung zu gelangen. Der Kanal wurde bereits im 16. Jh von
den Venezianern ausgehoben und hatte den Zweck, die Festung
zu sichern. Die Festungsmauern stammen aus der venezianischen
Zeit - an manchen Teilen müssen diese bereits durch Stahlkonstruktionen
gestützt werden. Die meisten Bauten innerhalb der Mauern
wurden erst später unter britischer Herrschaft errichtet.
Die Kirche Agios Georgios z.B. wurde ca.1830 als Garnisonskirche
der Engländer gebaut und gleicht eher einem Tempelbau
als einer Kirche. Auf dem Vorplatz finden in der Hauptsaison
Konzerte und Ton-Licht-Schauen statt. Ein Café hat
hier auch seine Pforten geöffnet und bei einem erfrischenden
Getränk lässt sich der Blick über die Garitsa-Bucht
genießen.
Vorher sollte man allerdings unbedingt den höchsten Punkt
der Festung erklimmen, um nicht die schönsten Blicke
über die Stadt zu versäumen! Öffnungszeiten:
Di-So 8.30-15 Uhr.
Marshall Johann Matthias Reichsgraf von der Schulenburg
Am
Eingang zur alten Festung steht sein Denkmal, welches man
ihm schon zu Lebzeiten widmete, und das hat seinen Grund:
Er war Deutscher im Dienste Venedigs und sollte Korfu vor
dem Zugriff der Türken retten. Die Venezianer schickten,
als die Lage ernst wurde, die strategische Koryphäe mit
5000 Mann nach Korfu. Im Juli 1716 landeten 65000 Türken
auf der Insel. Schulenburg und die Stadtbewohner verschanzten
sich in der alten Festung, und versuchten die über Wochen
dauernde Belagerung zu überstehen. Eines Tages ließ
Schulenburg seine Männer auf die Türken los und
nicht nur die kämpften, sondern die ganze Stadtbevölkerung
soll sich mit allen erdenklichen Waffen gewehrt haben. Die
Türken wichen moralisch besiegt zurück und bereiteten
einen neuen Angriff vor. Während dieser Zeit brach ein
heftiger Sturm aus und machte den Türken schwer zu schaffen.
Als den Belagerern schließlich in der Nacht noch der
heilige St. Spiridon erschienen sein soll, verließen
sie Korfu in Panik. Sein Denkmal wurde von dem italienischen
Bildhauer Corradini geschaffen und am 12.9.1716 aufgestellt.
Von den Korfioten wird er auch heute noch mit Respekt behandelt:
Bei den jährlichen St.Spiridon Prozessionen hält
man vor dem Denkmal und feuert Salutschüsse ab.
St.Spiridon
- der Schutzpatron Korfus
Der
Schutzpatron Korfus liegt in einem besonderen Raum der Kirche,
aufgebahrt in einem Sarg. Nachzulesen ist, dass St.Spiridon
etwa um 350 starb und drei Jahrhunderte ungestört ruhte.
Die Gebeine brachte man angeblich in den Satteltaschen eines
Esels nach Korfu, um den ehemaligen Bischof von Tremithous
in Sicherheit vor den Osmanen zu bringen. Von den Korfioten
wird der Schutzheilige liebevoll "Spiro" genannt,
und auf ihn lassen Sie nichts kommen. Nicht umsonst ist "Spiro"
der häufigste Jungenname auf der Insel. Viermal im Jahr
wird der Heilige in einem Schrein durch die Straßen
Korfus getragen, begleitet von einer großen Prozession
(jedes Jahr seit ungefähr 500 Jahren):
°
Palmsonntag: Jahrestag der Rettung Korfus vor der Pest im
Jahre 1629
° Karsamstag: Die Insel wurde vor einer Hungersnot bewahrt,
als einige Schiffe mit Getreide unerwartet im Hafen eintrafen.
Dieser Gottesdienst soll bereits seit dem 16. Jh begangen
werden.
° 11. August: Zur Erinnerung an das Ende der türkischen
Belagerung - auch hier soll der Heilige erheblich dazu beigetragen
haben.
° erster November-Sonntag: zur Erinnerung an die Errettung
vor einer Cholera-
Epidemie.
Die
Esplanada
Gegenüber der alten Festung liegt die Esplanada ( Spianada
= italienisch). Eine Erholungspause in einem der zahlreichen
Cafés bietet sich an. Hier genießt man die Ruhepause
im Schatten der Bäume. Ursprünglich wurde die Esplanada
als Exerzierplatz genutzt, heute dient sie als Park, sowie
als große Kricketwiese die vor den Liston-Cafés
endet.
Die
Schönheit der Esplanada ist den Franzosen zu verdanken,
welche von 1807 bis 1814 nicht nur für die Bepflanzung
sorgten, sondern auch den "Liston" entstehen ließen.
Die Arkaden-Galerie mit den Cafés wurde vom Architekten
der Rue Rivoli in Paris erbaut. Die Ähnlichkeit mit diesem
berühmten Straßenzug an der Seine erklärt
auch, warum Korfustadt gelegentlich auch "klein Paris"
genannt wird.

