Mythos:
Einen
ganzen Sagenkranz nun flechten die Griechen um das schöne,
heilige Tier, um es schließlich als Himmelsbild unsterblich
zu machen:
Kyknos,
ein musikliebender Sohn Apollons, König der Ligurer,
ist befreundet mit Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios.
Phaeton hat sich in den Kopf gesetzt, doch auch einmal mit
dem Sonnenwagen seines Vaters über den Himmel zu fahren.
Nur zögernd gewährt der Vater dem Sohn die Bitte.
Hätte er es nicht getan. Phaeton fehlt es an Erfahrung
im Wagenlenken, er verliert die Kontrolle über die Sonnenpferde
und stürzt mitsamt dem brennenden Wagen in den Fluß
Eridanos, um hier eine gewaltige Feuersbrunst zu verursachen.
Göttervater Zeus ist darüber so zornig, daß
er dem unglücklichen Jüngling noch einen Blitz hinterherschickt,
der diesen augenblicklich tötet.
Der
todtraurige Kyknos springt darauf in den Fluß, um seinen
Freund aus den Fluten zu bergen. Vater Helios schaut ebenso
traurig zu und erhebt den treuen Freund schließlich
als den heiligen Schwan seines Vaters Apollon an den Sternenhimmel.
Etwas
fröhlicher geht es in einem anderen Sagenkreis um den
Schwan zu:
Der
umtriebige Göttervater Zeus hat es auf Leda, die Gemahlin
des Königs Tyndareos von Sparta abgesehen. Als diese
einmal unbeobachtet, wie sie glaubt, in einem Fluß des
peloponnesischen Taygetosgebirges badet, stürmt plötzlich
flügelschlagend aus dunklem Gewölk ein gewaltiger
Schwan auf sie hernieder, der Göttervater, der es liebt,
sich in allerlei Gestalten mit schönen Irdischen zu vereinen.
Die Ergebnisse dieses Überfalls sind zwei Kinder, Helena,
deren Schönheit später den trojanischen Krieg auslöst,
und Pollux, einer der später ebenfalls an den Himmel
versetzten göttlichen Zwillinge. Der Zwillingsbruder
Kastor stammt vom irdischen Vater ab, was dann zu weiteren
Verwicklungen führt.
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