Sternbild
Schwan:
lat: Cýgnus, Cýgni, Cyg
Klassisches Sternbild
Der
Schwan am Himmel erinnert an ein Abenteuer von Zeús:
Léda war die Frau des Tyndáreos, König
von Sparta. Zeús wollte mit ihr einen Seitensprung
machen. Damit dies heimlich gelingen konnte, verwandelte er
sich vorher in einen Schwan.
So
überraschte er Léda beim Baden im Fluss Eurotas,
an dem Sparta liegt (das Motiv "Léda mit dem Schwan"
ist seit dem Altertum bis in unsere Zeit immer wieder von
Bildhauern und Malern dargestellt worden). Am Abend kehrte
Léda zu Tyndáreos ins eheliche Schlafzimmer
zurück. Das Ergebnis waren die 4 Kinder: Kástor,
Polydeúkes (lat. = Póllux), Heléne und
Klytaiméstra. Je 2 stammten von Zeús und 2 von
Tyndáreos. Je nach griechischer Quelle war Zeús
der Vater von Kástor und Póllux (= Dioskuren),
oder von Póllux und Heléne. Kástor und
Póllux sind die Kopfsterne der Zwillinge.
Der
Schwan fliegt als Sternbild in der Milchstraße.
Der helle Stern a = Déneb (arabisch = Schwanz). Den
Kopf streckt er südwärts: b = Albíreo (arabisch
= Vogel). Er ist ein sehr schöner Doppelstern, blau und
weiß, für kleine Fernrohre.
Stern 61 Cygni ist der erste Stern, dessen Entfernung von
Friedrich Wilhelm Bessel in Königsberg 1838 gemessen
worden ist. Er fand dessen Parallaxe = 0.30 Bogensekunden
(unter diesem Winkel erscheint uns der Kopf eines 100 km entfernten
Mannes).
Das Strichbild des Schwanes mit langem Hals und ausgebreiteten
Flügeln hat sich in den modernen Sternkarten erhalten.
Die drei hellen Sterne: Déneb im Schwan, Wéga
in der Leier und Atáir im Adler bilden das sogenannte
Sommerdreieck.
(c) by K.Oechslin
Aufgrund
seiner charakteristischen Form wird der Schwan auch
als Kreuz des Nordens bezeichnet. Die hellen Sterne setzten
sich gut von der hier sehr hellen Milchstraße ab.
Im Schwan befinden sich u.a. auch der Nordamerikanebel (NGC7000),
der Pelikannebel (IC5067) sowie der Cirrus- oder Schleiernebel
(NGC 6960/6992), ein Supernova-Überrest.
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